Spiel, Spass und Spannung für (Hibbel)Hunde

Vielen Dank an unsere SVH Stresstrainerin Barbara Orth, von Verhundst.at für diesen Artikel über Beschäftigung und Auslastung von (Hibbel)Hunden, die Spass machen und deren Bedürfnisse befriedigen.

 

Über die richtige Beschäftigung des Hundes wird heutzutage viel diskutiert. Vor allem bei bestimmten Rassen, aber auch speziellen Hundepersönlichkeiten, wird oft zu stundenlanger Beschäftigung geraten, damit der Hund auch wirklich ausgelastet ist und nicht womöglich auf „blöde“ Gedanken kommt. 

 

Leider führt gerade das oft zu problematischem Verhalten. Das heißt aber nicht, dass Du Deinen Hund nicht mehr beschäftigen darfst. Es kommt auf das richtige Maß und auf die richtige Form der Beschäftigung an. Denn während es Beschäftigungsvarianten gibt, die sich positiv auf das emotionale Gleichgewicht deines Hundes auswirken, gibt es andere Varianten, die genau das Gegenteil bewirken. Daher hier einige Tipps, wie Du Deinen Hund seinem Bedürfnis entsprechend fordern und fördern kannst:

 

Schnüffelspiele

Jeder Hund liebt schnüffeln. Wusstest du, dass Schnüffeln selbstbelohnend ist? Es stärkt den Selbstwert Deines Hundes und sein Vertrauen in sich selbst. Denn Dein Hund kann sein Schnüffel-Talent dazu einsetzen, sich selbst ein richtig gutes Gefühl zu verschaffen. 

 

Schnüffelspaß gibt es in vielen Varianten. Du kannst Deinen Hund mit einfachen Futtersuchspielen beschäftigen oder ihm beibringen, spezielle Gerüche zu finden und zu verfolgen, also eine Art Fährte legen, die er abschnüffelt.

Dein Hund jagt gerne? Dieses besondere Bedürfnis darfst und willst Du Deinen Hund selbstverständlich nicht ausleben lassen. Auch wenn das nächste Eichhörnchen, der Hase, die Katze noch so verlockend wären. Mit Hilfe von Schnüffel- und Suchspielen gibst Du Deinem Hund die Möglichkeit, mit Dir gemeinsam einen Teil seines natürlichen Jagdverhaltens auszuleben, befriedigend für ihn, aber kontrolliert und ohne dafür wirklich zu jagen und irgendein Tier damit zu erschrecken. 

Auch hibbelige Hundeoder solche, die schnell gestresst sind profitieren von der geruchlichen Beschäftigung. Denn Schnüffeln senkt nachweislich die Herzfrequenz und hat dadurch eine beruhigende Wirkung auf den Körper. Ein bisschen Futter in den Schnüffelteppich oder auf die Wiese gestreut und Dein Hund beruhigt sich beim Futter suchen und finden. Das heißt: Schnüffeln entspannt, ganz besonders auch nach aufregenden Erlebnissen. 

Wie schon erwähnt, stärkt Schnüffeln auch das Selbstvertrauen, so ist es perfekt für unsichere oder ängstliche Hundegeeignet. Im Einsetzen der eigenen Talente liegt dabei der Schlüssel. Wenn Dein Hund sich das schon traut, dann präsentiere im doch auch einmal in Papier eingewickeltes oder in Kartons verstecktes Futter.

 

Bestimmte Gerüche zu erschnüffeln, braucht viel Konzentration. Daher ist Schnüffeln auch zur geistigen Auslastung Deines Hundes bestens geeignet. 

Du siehst also, Schnüffeln ist eine wirklich coole und bedürfnisbefriedigende Beschäftigung für Deinen Hund.

 

 

Bewegungstraining

Du kannst Deinen Hund zusätzlich zum Alltagsspaziergang körperlich fordern und fördern. Am besten eignet sich hierfür ruhiges Bewegungstraining. Auch diese Form ist perfekt für alle Hundetypen und Altersgruppen geeignet. Wichtig ist, dass Du auf die körperlichen Möglichkeiten Deines Hundes achtest. Wenn Du Rücksicht auf den Bewegungsapparat nimmst, können auch heranwachsende, in ihrer Beweglichkeit eingeschränkte oder alte Hunde Bewegungstraining machen. Im Zweifelsfall kannst Du Dir von einer Fachperson zeigen lassen, wie Du die Übungen für Deinen Hund passend ausführst. (Gerne vermitteln wir Dir einen entsprechenden Kontakt in Deiner Region.)

 

Speziellunsichere und ängstliche Hund, aber auch nervöse und hektische Hundeprofitieren enorm von gezielter körperlicher Beschäftigung, wie zum Beispiel das langsame Erarbeiten eines Parcours unter Deiner Anleitung. Dein Hund bekommt dadurch besseres Körperbewusstsein sowie Körperkontrolle und lernt so, seinen Körper besser wahrzunehmen. Das stärkt wiederum den Selbstwert und das Selbstbewusstsein Deines Hundes. Und Dein Hund lernt dadurch auch, langsam und konzentriert zu arbeiten, wodurch diese Form des Trainings ebenso entspannend wirken kann. 

 

Das Tolle an solchen Beschäftigungen ist, dass Du nichts dafür kaufen musst. Einfache Alltagsgegenstände sind perfekte Utensilien für das Bewegungstraining. So kann beispielsweise eine auf den Boden gelegte Leiter wunderbar zum Koordinieren der Vorder- und Hinterbeine eingesetzt werden. Oder auch ein beim Spaziergang entdeckter liegender Baumstamm eignet sich perfekt zum Balancieren oder für Sitz- und Platzübungen. Lass Deiner Kreativität freien Lauf und Du wirst sehen, wie viele Möglichkeiten für gezieltes Bewegungstraining sich in Deinen eigenen vier Wänden finden. Achte dabei auf Euer beiden Möglichkeiten und darauf, dass es Euch Spaß macht. 

 

Nun noch eine kleine Begriffserklärung. Wenn ich von gezieltem Bewegungstraining spreche, dann meine ich nicht das „typische“ Agility, bei dem der Hund auf Zeit einen Parcours abläuft. Mit gezielt meine ich langsam und koordiniert, so dass Dein Hund seine Schritte auch tatsächlich wahrnehmen kann. Agility ist zwar auch Bewegungstraining, jedoch durch das gewünschte Tempo, ist diese Form der Beschäftigung für viele Hunde stressfördernd und belasted die Gelenke

 

Tricktraining

Egal, ob Tricktraining oder Alltagstraining, unterschiedliche Signale zu erlernen, ist eine wunderbare Möglichkeit, Deinen Hund artgerecht zu beschäftigen. 

 

Für Deinen Hund macht es keinen Unterschied, ob er einen Trick oder ein „Sitz“ lernt. Aber für uns Zweibeiner macht es einen Unterschied. Denn wir Menschen sind beim Trainieren von Tricks lockerer und mit mehr Spaß dabei als beim Alltagstraining. Ich denke, das liegt daran, dass wir die sogenannte Unterordnung, das Erlernen von Grundsignalen, als Muss betrachten. Tricks hingegen sind „besonders“, und wir lieben es, damit auch anderen, – egal ob jung oder alt –ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. 

Je mehr Fertigkeiten Dein Hund anzubieten hat, umso mehr Selbstvertrauen entwickelt er. Verschiedene Signale (dazu zählen auch Tricks) zu lernen, ist als Beschäftigung perfekt für unsichere oder ängstliche Hunde geeignet.

 

Auch in Bezug auf geistige Beschäftigung ist es eine gute Alternative, Alltagssignale und Tricks zu lernen. So schlägst du zwei Fliegen mit einer Klappe. Zum einen, lernt Dein Hund auf Deine Signale zu reagieren und zum anderen wird er dabei gleichzeitig seinen Bedürfnissen entsprechend beschäftigt. 

Auch im Alltag sind manche Tricks hilfreich und Du kannst sie anwenden, um Deinen Hund durch schwierige Situationen (Tierarzt, Hundebegegnungen, etc.) zu führen.

 

Du siehst, auch Tricktraining ist eine vielseitige Beschäftigung mit vielen Vorteilen.

 

Der Zauber der gemeinsamen Beschäftigung

Das gemeinsame Tun mit Deinem Hund – egal, um welche Aktivität es sich handelt – vertieft nicht nur Eure Bindung, sondern stärkt auch Euer Vertrauen zueinander. Ihr lernt euch gegenseitig besser kennen und könnt Euch auch in Euren Emotionen und Reaktionen besser einschätzen. Du wirst merken, dass Dein Hund auch in Stresssituationen viel schneller auf Dich reagiert. So wird aus Euch ein wunderbares Team, das seinen Alltag mit zunehmender Gelassenheit meistern kann.

 

Wer die Wahl hat, hat die Qual ;-)

Bei der Wahl der Beschäftigung solltest du nicht nur auf die Bedürfnisse und Vorlieben Deines Hundes achten, sondern auch auf Deine eigenen. Denn auch Du darfst Spaß mit deinem Hund haben. Und Dein Hund spürt, ob Du genau wie er mit Feuer und Flamme dabei bist oder nicht. Und das beeinflusst auch die Motivation und Mitarbeit Deines Hundes.

 

Nun wünsche ich Dir und Deinem Hund viel Spaß beim Entdecken neuer Beschäftigungsmöglichkeiten.

 

Deine Barbara Orth

Zert. Stresstrainerin SVH

www.verhundst.at